Strom, Wasser, Gas, Heizöl... alles wird teuer. Smart Metering ist ein Verfahren mit dem man seinen Verbrauch aufzeichnet und überwacht. Mit dem Ziel den Verbrauch zu kontrollieren und langfristig zu senken.
Prinzipiell können Sie sich einmal im Jahr Ihre Stromrechnung ansehen - und dann festellen, dass Sie a) mehr verbraucht haben, b) wieder mehr für die kWh Strom zahlen. Sie können sich dann vornehmen im nächsten Jahr zu sparen, Licht im Klo auszuschalten - und dann im nächsten Jahr wieder auf die Stromrechnung warten, ob ihre Sparbemühungen Früchte getragen haben. Global gesehen: auch das ist eine Form von Smart Metering - aber der Zeitraum ist zu groß.
Smart Metering meint vielmehr den Verbrauch Ihres Klos aktuell d.h. zeitnah zu kontrollieren. D.h. täglich, wöchentlich, monatlich. Herausfinden was Sie wann verbrauchen - und basierend auf diesen Erkenntnissen Maßnahmen entwickeln, um den Verbrauch zu senken.
Smart Metering meint z.B. dass Sie sich einen Elektrozähler vor das Klos setzen. Dann schauen Sie sich den Verbrauch über einen Zeitraum (z.B. jeden Tag) an - und werden feststellen, dass Sie an einem durchschnittlichen Tag 100kWh Energie verbrauchen. Zusätzlich werden Sie sich noch einen Wasserzähler ins Klo setzen und ermitteln, dass Sie jeden Tag 20 Liter Wasser durch die Rohre hauen. Allerdings fällt Ihnen auf, dass der STromverbrauch 2x in der Woche auf 156 kWH ansteigt - und im Sommer 112 Liter Wasser benötigt werden.
Sie gehen den Ausreißern auf den Grund und stellen fest, dass Ihre Praktikantin sich 2x die Woche die Haare fönt. Mit einem 3000 Watt Superfön, den sie von zu Hause mitgebracht hat. Und das Wasser im Sommer - da schliesst Ihr Hausmeister den Gartenschlauch an und bewässert die Grünanlagen.
Für beides gibt es einfach Lösungen - schenken Sie der Praktikantin einen 300 Watt Fön - oder teilen ihr mit, dass sie ihre wilde Haarpracht bitte zu Hause auf Mähne bringen möchte. Und den Hausmeister weisen Sie darauf hin, dass Sie extra Regenwassersammeltonen am Gebäude haben - da kann er Wasser günstiger entnehmen.
Sie Smart Metern weiter. Strom und Wasser sind jetzt konstant. Aber Sie wissen: Die Grundpreise für Strom und Wasser werden eh steigen. Selbst wenn Sie immer die gleiche Menge verbrauchen, wird es teurer. Da gibt es nur ein Ziel: Sie müssen den Verbrauch senken!
Wie war das noch mit dem Klolicht? Jeder Dritte vergisst es auszuschalten. Lösung gibt es im Baumarkt und kostet 8,95. Bewegungsmelder mit Zeitintervall. Und da das so günstig war, prüfen wir gleich, ob wir wirklich eine 110 Watt Lampe im Bad brauchen. Wie wäre es mit LED Leuchten - die verbrauchen nur 3 Watt. Leuchtstoffrören mit 35 Watt wären auch schon günstig zu haben - sind aber schlecht, wenn sie ständig an - und ausgeschaltet werden sollen. (Gehen schnell kaputt.) Und wenn wir schon so weit sind: schauen wir uns mal den Spülkasten an. So ein uraltes Teil ohne Spartaste. Und der Wasserhahn tropft auch...
Mit einigen Maßnahmen können Sie Ihren Verbrauch weiter senken. Auf 0 (Null) werden Sie niemals kommen - dazu müssten Sie ihr Klo zumauern. Aber wer weiß - vlt. stellen Sie fest, dass Sie eine Etage tiefer ohnehin ein zweites Klo haben. Vielleicht kann man die zusammenlegen und so ...
Na ja - ich denke, es wird schon klar. Um Energie und Verbrauch zu sparen, müssen Sie zuerst beobachten (ermitteln), WAS Sie WANN verbrauchen. Dann können Sie diesen Verbrauch optimieren. Der Techniker nennt die Beobachtung MONITORING. Smart Metering erlaubt Ihnen also das bequeme Monitoring Ihres Verbrauches und damit Sie das auch bequem und einfach auswerten könne, schreiben Sie es nicht auf einen gelben Zettel, die Sie an die Klotür pinnen, sondern lassen die Aufzeichnung per Computer erledigen. Im einfachsten Fall durch eine regelmässig aktualisierte Exceltabelle. Im ausgefeilteren Fall über eine SQL Datenbank, wo die Werte über verschiedene Zeiträume automatisiert gesammelt werden. Mit bunten Bildern ermitteln Sie dann Ihren Durchschnittswert und können Maßnahmen zur Senkung desselben einleiten und den Erfolg Ihrer Maßnahmen kontrollieren.
Eigentlich ist Smart Metering damit so etwas wir das Fahrtenbuch für Ihr Firmenfahrzeug. Wenn es richtig geführt wird, tragen sie nicht nur gefahrene Kilometer sondern auch verbrauchte Liter ein. Und wenn Sie das auf 100 km Verbrauch hochrechnen - und dann feststellen, dass der Egon mit dem 7er BMW immer 18 Liter verbraucht und die Magda auf der gleichen gefahrenen Strecke nur 8 - dann werden Sie mit Egon ein Gespräch führen müssen.
Und jetzt. Jetzt höre ich Sie stöhnen. Was das kostet? Genauso wie das Führen eines Fahrtenbuches kostet auch Smart Metering Geld. Und Zeit. Aber jetzt kommt eine Komponente ins Spiel, bei der Ihre Transferleistung benötigt wird. Smart Metering betreiben Sie nicht für die Kosten von heute. Die sind eh weg. Smart Metering betreiben Sie für die Kosten von morgen. Da die Preise ständig steigen werden Sie mehr bezahlen - selbst wenn Sie Ihren Verbrauch konstant lassen. Sie müssen also heute sparen, um morgen zumindest den gleichen Betrag auf den Tisch zu legen. Und das erreichen Sie nur, wenn Sie heute in Sachen investieren, die Ihnen das Energiesparen ermöglichen. Denn warum sonst haben Sie ISO Fenster am Haus? Glauben Sie wirklich dass sie pro Fenster 700 Euro Heizöl weniger verballern, nur weil sie das Einfachglas durch ISO Verglasung modernster Bauart ersetzten? Nein. Natürlicht nicht. Sie wissen aber: komplette ISO Verglasung in beheizten Räumen senkt den Verbrauch um 10...20%. Und was Sie beim Heizöl (und auch Gas) schon anwenden wird jetzt beim Strom und Wasser notwendig.
Und wenn Sie unsicher sind: dann rufen Sie mal den nächsten Energieberater an und laden ihn zu einem Gespräch ein. Schon eine kurze kritische Begehung kann Ihnen zeigen, wo Strom- und Wasserfresser landen. Alte Röhrenmonitore am PC hauen ein Vielfaches von dem weg, was ein moderner TFT Bildschirm bringt. Uralte Rechner, die mit 120 Watt nachts und am Wochenende vor sich hinbrummen, wenn keiner da ist. Und auch der beliebte Bildschirmschoner - schont zwar den Bildschirm, spart aber keine Energie. Über Glühlampen und LED Lampen habe ich oben schon gesprochen. Leuchtstoffröhren sind eine gute Idee für Dauerlicht z.B. in der Werkstatt. Topfende Wasserleitungen oder gar Rohrbüche (es soll wirklich Leute geben, die von einem Rohrbruch erst duch die explodierenden Wasserkosten erfahren haben!) sollte man auch frühzeitg bemerken. Und und und.
Smart Metering ist so ähnlich wie das Spritsparen am Auto. Vor 25 Jahren hat da keiner darüber nachgedacht. Heute gelten Autos mit mehr als 7 Litern Durchschnittsverbrauch schon spritfressende Schleudern...
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